Dermaroller – ein reizendes Hautgefühl

Microneedling, das ist der englische Begriff für eine Hautbehandlung der speziellen Art, die mit einem Dermaroller durchgeführt wird. Die Bandbreite an Behandlungsmöglichkeiten von Hautproblemen ist recht groß, die mit einem Dermaroller zumindest gemindert werden sollen. Dazu gehören Falten, Aknenarben, Augenringe, Tränensäcke, Dehnungsstreifen und sogar Cellulite. Ein Dermaroller entspricht in seiner Form und auch im Aussehen in etwa dem schon länger bekannten Einhand-Massageroller. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass die Rolle statt mit weichen Noppen mit vielen kleinen Nadelreihen besetzt ist. Diese Nadeln besitzen je nach Gerät eine Länge von 0,2 bis zu 3 Millimetern.

Die Haut ist unser größtes und schwerstes Organ und als unsere äußerste Schicht unter anderem mit Schutzfunktionen beauftragt. Dass sowie der natürliche Alterungsprozess und weitere Einflüsse hinterlassen sichtbare Spuren, allen voran die Falten und Fältchen, die etwa ab dem 25. Lebensjahr durch die nun eintretende Verminderung der Zellteilung sichtbar werden. Während mit einem Massageroller äußerer, punktueller Druck auf die Haut ausgeübt und damit zum Beispiel die Durchblutung gesteigert wird, verfolgt das Microneedling einen anderen Weg. Hierbei muss zwischen der kosmetischen und der medizinischen Behandlung mit dem Dermaroller unterschieden werden.

Die medizinische Behandlung mit einem Dermaroller soll und muss in den Händen der entsprechend ausgebildeten Fachleute bleiben. Denn hierbei werden in tieferen Hautschichten, bis zu 3 mm, absichtlich Verletzungen herbeigeführt. Der Sinn dahinter liegt in der Aktivierung des Wundheilungsprozesses, ohne dabei massiv schädigende Wunden der Haut zu verursachen.

Obwohl die Mikrowunden zahlreich sind, stellt die Wundheilung bei entsprechender antiseptischer Behandlung für das Immunsystem eines gesunden Menschen kein Problem dar. Wer sich ab und zu mit einer Nadel in den Finger sticht, weiß, dass diese Wunde in der Regel spätestens nach ein paar Stunden vergessen ist. Der Wundheilungsprozess unter der Haut geht jedoch weiter, und zwar über Monate hinweg. In diesem Zeitraum kommt es zu einer Gefäßneubildung, die letztlich zu einer Hautstraffung führt. Der Dermaroller zur kosmetischen Behandlung greift nicht so tief in die Hautstruktur ein, etwa 0,2 bis maximal 1,5 mm, aber auch mit ihm lassen sich gute Effekte erzielen.

 

Warum lohnt es sich, einen Dermaroller zu kaufen?

Der Erwerb eines Dermarollers sollte davon abhängig gemacht werden, welchem Zweck er dient. Mit dieser Zweckbindung geht zugleich die Länge der Nadeln einher, mit denen der Dermaroller bestückt ist. Die menschliche Haut ist nicht überall gleich dick oder stark. Der Aufbau der Hautschichten ist abhängig von der Position. Auch im Gesicht, dem häufigsten Anwendungsbereich, ist etwa die Haut um die Augen herum sehr dünn, auf den Wangen jedoch dicker. Wird der Dermaroller hingegen zur Milderung von Cellulite am Oberschenkel eingesetzt, ist eine tiefer gehende Nadelrolle wirksamer.

Bei der kosmetischen Behandlung mit einem Dermaroller sind die Mikrowunden natürlich nicht so tief wie in der medizinischen Form. Mit einer 0,2 bis 0,5 mm langen Nadel wird gerade einmal in die Hornschicht, die oberste Hautschicht, eingedrungen. Wenn nicht zusätzlicher Druck ausgeübt wird, was zu vermeiden ist, erzeugt dies eine kurzfristige Reaktion des Immunsystems, das die winzigen Wunden, die bei dieser Tiefe noch nicht bluten, mithilfe des körpereigenen Fibrins schnell wieder verschließt. Aber schon diese Reaktion reicht aus, das Hautbild zu verbessern, denn wenn das Immunsystem einmal in Gang gesetzt wird, zieht das eine ganze Reihe von Prozessen nach sich, die letztlich die Haut positiv beeinflussen. Es lohnt sich also durchaus, einen Dermaroller für das Gesicht oder für Problemzonen des Körpers zu erwerben, zumal sich auch gute Marken-Geräte in einem günstigen Preisniveau befinden.

 

Welche Nachteile kann ein Dermaroller besitzen?

Bei der Einführung der Heimcomputer in den 1990er-Jahren war ein geflügeltes Wort der Experten, dass das größte Computerproblem vor der Tastatur sitzt. So ähnlich verhält es sich mit einem Dermaroller, der eigentlich nur dann einen Nachteil besitzt, wenn er falsch angewendet wird. Die Hersteller haben hier aber schon mitgearbeitet und bieten Dermaroller für die kosmetische Behandlung nur noch mit maximal 1,5 mm langen Nadeln an. Für Körperpartien mit dünnen Hautschichten ist dies jedoch ausreichend, um Blutungen und damit die Gefahr einer Sepsis hervorzurufen.

In der Regel weisen die Hersteller explizit darauf hin, welcher Dermaroller mit welcher Nadellänge für die jeweiligen Hautpartien geeignet ist. Trotzdem finden sich immer wieder Anwender oder Anwenderinnen, die eine mit 1,5 mm langen Nadeln besetzte Rolle im Gesicht einsetzen, immer im Glauben, viel hilft viel. Diese Nadellänge ist jedoch für die kosmetische Behandlung von Cellulite oder von Schwangerschaftsstreifen gedacht.

Eine andere Problematik ist ebenso in der Bedienung zu finden, und zwar darin dass zu viel Druck ausgeübt wird. Das jedoch ist keineswegs notwendig und eher kontraproduktiv. Die sehr scharfen Nadelspitzen dringen schon bei leichtem Anlegen in die Haut ein. Im Idealfall ergibt sich eine gleichmäßige Punktierung der Haut. Bei zu starkem Anpressen und gleichzeitigem Rollen reißen die Nadeln regelrechte Furchen in die Haut, was wiederum gerade an den Stellen zu Blutungen führen kann, wo die Haut über einem Knochen liegt, etwa am Kinn oder der Unterkiefer. Von der Blutung abgesehen ist so etwas schmerzhaft. Dabei ist die kosmetische Behandlung mit einem Dermaroller bei richtiger Anwendung schmerzfrei. Die Nadeln dringen nicht bis zu den Schmerzrezeptoren unter der Hornhaut vor. Nur in der medizinischen Behandlung wird eine betäubende Creme aufgetragen.

 

Was ist wichtig beim Kauf eines Dermarollers?

Es lohnt sich, einen Dermaroller zu erwerben, in dessen Lieferumfang gleich mehrere Rollen mit verschiedenen Nadellängen enthalten sind, etwa 05, mm, 1,0 mm und 1,5 mm Länge. Auf diese Weise lassen sich je nach Bedarf die verschiedenen Körperpartien mit der jeweils richtigen Rolle behandeln. Auch die Gesamtbreite der Rolle ist von Bedeutung. So ist etwa für die Behandlung von Augenringen eine schmale Rolle mit einem 0,5 mm Nadelbesatz sehr gut geeignet, für die großflächige Behandlung von Orangenhaut an den Schenkeln jedoch eher eine breite Rolle mit 1 oder 1,5 mm Nadellänge.

Der Dermaroller kann in Verbindung mit einer Anti-Aging-Creme verwendet werden, die vor dem Einsatz aufgetragen und so in die Haut eingearbeitet wird. Vor allem hyaluron-haltige Salben und Creme sind vorteilhaft, die den Feuchtigkeitsgehalt der Haut verbessern.

Letztlich sollte mit einem Dermaroller auch gleich ein Set mit desinfizierenden Flüssigkeiten erworben werden, denn natürlich übertragen sich auf der Haut befindliche Keime und Bakterien auf die Rolle und vermehren sich dort bei fehlender Desinfektion.
Der Dermaroller ist ein kosmetisches Produkt, dessen Wirkweise überzeugt. Zudem bewegt er sich in einem guten Preis-Leistungsverhältnis, weshalb der Kauf eines Dermarollers zu empfehlen ist, wenn entsprechende Probleme mit der Haut vorliegen.

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