Gesichtsreinigungsbürste – notwendiger als viele denken

Unsere Hände und unser Gesicht sind die einzigen Körperpartien, die ganzjährig der Atmosphäre und der Witterung ungeschützt ausgesetzt sind. Die Hände schützen wir zumindest zeitweilig mittels Handschuhen dann, wenn die Notwendigkeit besteht, das Gesicht jedoch bleibt oft weiter ungeschützt, was entsprechende Folgen nach sich zieht. Heute sind es beileibe längst nicht mehr nur Sonne, Regen und Wind, die etwa einem alten Seebären ein wortwörtlich wettergegerbtes Aussehen verpassen.

Unsere Atmosphäre ist mit zahlreichen Partikeln und Gasen angereichert, die die Haut angreifen. In der Wissenschaft werden hierbei zwei Gruppen von Schadstoffpartikeln unterschieden. Einmal die primären Schadstoffe und zum anderen die sekundären Schadstoffe.

Für die primären Schadstoffe sind vor allem die Abgase von Industrie und Verkehr verantwortlich. Aus diesen wiederum bilden sich die sekundären Schadstoffe, allen voran das Gas Ozon, das als berühmte Ozonschicht hoch oben am Himmel unsere Atmosphäre schützt, jedoch in Erdnähe unter anderem die Haut schädigt. Eigentlich besitzt der Mensch mit der sogenannten Hautbarriere eine sehr wirksame Schutzschicht auf der eigentlichen Haut, der Epidermis. Doch diese Hautbarriere wird durch aggressive Umweltgifte, aber auch falsch oder zu häufig eingesetzte Reinigungsmittel beschädigt. In der Folge trocknet nicht nur die Haut aus, sie verliert mit der Hautbarriere ebenso einen wirksamen Schutz vor Mikroben, Keimen oder Viren.

Es ist eben vor allem Chemie, die sich hierbei negativ bemerkbar macht, keineswegs mechanische Einflüsse. Eine gesunde Hautbarriere kommt mit der mechanischen Bearbeitung zur Entfernung von schädlichen Rückständen weit besser klar als mit der Anhäufung kosmetischer Produkte, deren Inhaltsstoffe meist eher unklar sind. Genau darum ist eine Gesichtsreinigungsbürste der richtige Weg, dem Gesicht zu helfen, sich selbst zu schützen. Auf was Sie bei der Wahl einer Gesichtsreinigungsbürste achten sollten, erfahren Sie hier.

 

Warum eine Gesichtsreinigungsbürste in den Haushalt gehört?

Die Nutzung einer Gesichtsreinigungsbürste dient vor allem als vorbeugende Maßnahme, um der Hautbarriere Gelegenheit zu geben, sich vom alltäglichen Angriff durch den in unserer Atemluft befindlichen Gift-Coktail zu erholen. Darum ist es ratsam, die Anwendung der Gesichtsreinigungsbürste auf die Zeit kurz vor der Nachtruhe zu legen.

So können sich die Hornzellen der Hautbarriere, aber auch deren Kitt, eine Mischung aus körpereigenem Lipid und Eiweiß, sowie die Talgschicht regenerieren. Davon abgesehen ist die Verwendung einer Gesichtsreinigungsbürste ein sehr entspannendes und den Schlaf förderndes Mittel. Im Grunde genügt es, nach der Gesichtsreinigungsbürste die Haut nur noch mit lauwarmem Wasser abzuspülen. Wer möchte, kann den einsetzenden Regenerierungsprozeß mit einer Creme oder einem Öl unterstützen.

Dabei muss jedoch auf den Hauttyp geachtet werden. Wer wie die meisten Menschen über eine trockene Haut verfügt, ist mit naturreinem Kokosöl gut bedient. Dies gilt jedoch nicht für Menschen mit Akne-Problemen oder öliger Haut. Hier kann zum Beispiel Argan Öl verwendet werden, das entzündungshemmend wirkt und Vitamin E enthält. Nicht selten wird empfohlen, die Gesichtsreinigungsbürste auch am Morgen einzusetzen, am besten in Verbindung mit einer dazugehörigen Creme. Das ist jedoch kontraproduktiv, weil die Haut nach der mechanischen Gesichtsreinigung empfindlich ist und erst recht auf Umweltgifte reagiert.

Obwohl es oft propagiert wird, es gibt weder Naturheilprodukte noch chemische Produkte, die als Allheilmittel oder Schutz für die Gesichtshaut eingesetzt werden können. Es kommt immer auf den jeweiligen Hauttyp an, welches Mittel hilft oder die Lage eher noch verschlechtert. Dem steht die Gesichtsreinigungsbürste gegenüber, deren Art der mechanischen Reinigung für jeden Hauttyp geeignet ist, denn die Borsten entfernen nur oberflächliche Schuppen und Partikel. Dagegen greifen Cremes, Lotionen und Öle tief in die Hautstruktur ein, weshalb deren Auswahl gut überdacht sein sollte.

Die Gesichtsreinigungsbürste ist durchaus vergleichbar mit der Zahnbürste und der Zahnseide. Die funktionieren auch ohne Zahncreme nur mithilfe von Wasser, das die von der Zahnoberfläche abgeriebenen Partikel und Rückstände wegspült. Genau darum gehört die Gesichtsreinigungsbürste in jeden Haushalt und zudem nicht nur in die Hände von Frauen.

 

Welche Vor- und Nachteile besitzen Gesichtsreinigungsbürsten?

Da Gesichtsreinigungsbürsten in einer Vielzahl an Variationen angeboten werden, ist es nicht möglich, allgemeine Vor- und Nachteile aufzuzeigen. Vielmehr hängt es vom Produkt selbst ab, wiederum vom persönlichen Hauttyp und natürlich der Verwendung.

Wie für alles in dieser Welt, so gilt auch für Gesichtsreinigungsbürsten die Maxime des Schweizer Mediziners Paracelsus, das alles ein Gift sei, wenn zu viel davon verwendet werde. In Bezug auf Gesichtsreinigungsbürsten bedeutet dies, dass zum Beispiel zu lange und zu intensiv mit der Bürste gearbeitet wird. Auch kann es der falsche Bürstenaufsatz sein, meist werden zu harte Borsten gewählt. Die Hautreinigung mit einer Gesichtsreinigungsbürste ist nicht immer mit dem Begriff Peeling gleichzusetzen. Ein echtes Peeling ist sehr intensiv und entfernt neben abgestorbenen Hautschuppen teilweise auch die Hornhaut, die wiederum ein Teil der Hautbarriere ist. Nach einem richtigen Peeling benötigt die Haut unbedingt Ruhe und die passenden Pflegemittel zur Regeneration. Eine täglich durchgeführte Gesichtsreinigung mittels Bürste sollte jedoch kein Peeling sein. Je regelmäßiger eine Gesichtsreinigung mit der Bürste durchgeführt wird, desto weniger ist ein intensives Peeling notwendig.

Nachteile einer Gesichtsreinigungsbürste:

  • Zu lange und intensive Benutzung
  • Falscher Bürstenaufsatz

 

Der richtige Bürstenaufsatz

Damit beim Einsatz der Gesichtsreinigungsbürste alles glattläuft, kann für normale Haut eine mittelharte Bürste gewählt werden. Empfindliche Haut mit der Neigung zu Akne und erhöhter Talgproduktion kommt besser mit einer weicheren Bürste klar. Mitunter lassen sich die Menschen bei der Frage der Hautreinigung von dem Irrtum leiten, das eine intensive und tief gehende Reinigung am besten sei, so wie etwa Rost von einer Stahlplatte entfernt wird. Die Haut ist jedoch ein wesentlich komplexeres Gebilde als Stahl und wird von Faktoren unter Haut, in der Haut und auf der Haut beeinflusst und sogar noch vom Gefühlsleben, denn selbst Stress und Ärger machen sich im Hautbild bemerkbar.

Gesichtsreinigungsbürste kaufen – was ist zu beachten?

Vor dem Kauf sollte gut überlegt werden, ob eine Gesichtsreinigungsbürste das geeignete Mittel der Wahl ist. Menschen mit starker Akne, einer Hautallergie oder Rosacea sollten sie nicht einsetzen. Für alle anderen gilt, die Verwendung auf das notwendige Maß einzuschränken. Einige der auf dem Markt erhältlichen elektrischen Gesichtsreinigungsbürsten besitzen eine Abschaltautomatik, die die Geräte nach 30 Sekunden ausschaltet. Das soll jedoch nur verhindern, dass die Bürste zu lange auf einer Stelle eingesetzt wird.

 

Mechanische und Elektrische Gesichtsreinigungsbürsten

Neben der mechanischen oder antriebslosen Gesichtsreinigungsbürste werden elektrische Gesichtsreinigungsbürsten angeboten, die überwiegend mit einem aufladbaren Akku ausgestattet sind und so frei vom lästigen Kabel überall verwendet werden können, in der Regel auch unter der Dusche oder in der Badewanne. Die Bürstenköpfe werden wahlweise rotierend, vibrierend oder oszillierend in Bewegung gesetzt. Empfehlenswert ist hierbei eher die Vibration oder die Oszillation.

Mitunter wird bei den Gesichtsreinigungsbürsten mit Ultraschall geworben. Das ist jedoch nur ein Werbegag, denn im Gegensatz zur Ultraschallzahnbürste kann diese Technik in einer Gesichtsreinigungsbürste nicht zur Anwendung kommen. Der Begriff Ultraschall bezieht sich meist auf höhere Geschwindigkeiten des Bürstenkopfes. Etwas anderes sind Schall-Gesichtsreinigungsbürsten, die mit Schallwellen arbeiten, die durch den oszillierenden Reinigungskopf die Haut in Schwingung versetzen.

Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, das verschiedene Bürstenköpfe zum Zubehör gehören, nur so kann getestet werden, welche Art der Gesichtsreinigung mittels Bürste am ehesten zusagt. Wie schon erwähnt, gibt es aufgrund der verschiedenen Hauttypen und der Hautempfindlichkeit keine allgemeingültige Aussage über die Wirkung von Gesichtsreinigungsbürsten.

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